Kati Wagner-Matthiess

Heldinnenreise im Rosengarten oder wie eine Rose zu meiner Coach wurde

Darf ich dir Louise Odier vorstellen? Louise wohnt schon lange bei mir, ungefähr 15 Jahre. Sie ist eine dieser ganz aparten Kletterrosen, mit einer zauberhaften gefüllten Blüte und dem für Bourbonrosen so typischen Duft, mit dem sie jeden verzauberte. Eine von diesen eher Zarten. Sie bekam ihren Platz am Terrassenpfosten des Gartenhauses. Hier durfte sie sich festhalten und hochranken. Das tat sie auch und beschenkte uns schnell mit üppiger Blütenpracht und einer Duftwolke, wann immer wir an ihr vorbeigingen. Unweit von ihr steht ein Rosenbogen. Diesen bezog zeitgleich Lykkefund, ebenfalls eine Kletterrose. Es kam wie es kommen musste: Lykkefund wuchs deutlich stärker, nahm Louise innerhalb weniger Jahre das Licht und berankte das Gartenhaus.

Lykkefund in voller Pracht, vom Gartenhaus nichts mehr zu sehen. Ich schaue auf sie, während ich diesen Artikel schreibe.

Louise wurde immer weniger, die Triebe starben ab und neue bildeten sich nicht mehr. Ein Trieb lediglich war zumindest so groß, dass sein Ende in Lykkefunds Dickicht verschwand. Dann blieb es mehrere Jahre still. Es tat mir sehr leid um Louise, schließlich war es mein Fehler als Rosenanfängerin, heute wäre ich schlauer. Dann aber vor 3 Jahren, tauchte zwischen der weißen Wolke der blühenden Lykkefund eine einzelne pinke Blüte auf. Konnte es sein? Nach all den Jahren? Tatsächlich, da war eine Blüte von Louise. Was für ein Zeichen! Ich schämte mich ein wenig, dass ich nicht mehr an sie geglaubt hatte. Seitdem werden es jedes Jahr mehr pinke Sterne im weißen Lykkefundhimmel, dieses Jahr sind es schon mehr als 50.

Louise Odier 2022

Im Herbst blüht Louise ein zweites Mal, Lykkefund nicht. Dann hat Louise die „Bühne“ ganz für sich allein. Ich freue mich sehr für Sie, dass sie es geschafft hat. Morgens zwinkere ich ihr schon vom Bett aus zu. „Durchhalten“, scheint sie mir zu sagen, „auch wenn du glaubst, dass du keine Chance hast. Bleib dran, dann wirst du erfolgreich sein. Du siehst ja, bei mir hat es auch geklappt.“ Ja, sie inspiriert und ermutigt mich. Genau das macht für mich einen guten Coach aus. Einen Anteil am Entstehen dieses Blogs hat auch sie. Danke Louise, meine Heldin.

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